Welche Farbe hat Gras? Welche Farbe hat das Meer? Welche Farbe hat Erdbeereis? Welche Farbe hat ein Deutscher? Ein Kinderspiel? Klar: Grünes Gras, blaues Meer, rosa Eis - aber ein Deutscher? Die in Kooperation mit dem FFT Düsseldorf und der zakk GmbH entstandene Produktion erzählt von Heimatgefühl, von Verortung und Identität, von Freude und Schmerz, von Verlust und vom Sein an einem Ort, an dem alle anders aussehen als man selbst. Und nicht zuletzt erzählt sie von Liebe.
Idee
Sankofa ist ein Vogel, der seinen Kopf auf seinen Rücken gedreht hat und versucht, sein verlorenes Ei aufzufangen. Die Bedeutung des westafrikanischen Symbols geht auf ein Ashanti Sprichwort zurück: Schau auf deine Vergangenheit zurück und du erkennst deine Zukunft! Die Erinnerung und die Möglichkeit, auf Traditionen zurückzugreifen, sollen dem Vergessen entgegenwirken und neue Optionen für Gegenwart und Zukunft ergeben. Diese Kernidee wurde im November letzten Jahres gemeinsam mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund, v.a. mit Afrodeutschen und jungen Afrikanern der zweiten Generation in einer Schreibwerkstatt zum Thema „Lebensalltag in Deutschland. Konstruktion von Identität zwischen den Kulturen“ erarbeitet. Die Ergebnisse bilden die Basis für das Theaterstück „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“.
Inhalt
In “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?” wurde die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und Identität in theatralisch-tänzerischer Form umgesetzt. Diese Auseinandersetzung diente dazu, sich hier in der neuen Heimat zu positionieren, ohne auf die eigenen Wurzeln zu verzichten. Die Transkulturalität der Jugendlichen wird damit nicht als Defizit sondern als Ressource bewertet. Sie sind in mindestens zwei Sprachen mehr oder weniger zu Hause und kennen – in unterschiedlicher Intensität – die Wertesysteme und die Kultur ihrer alten und ihrer neuen Heimat. Über das Tanztheater besteht die Chance, sich diese Ressourcen bewusst zu machen. Durch die künstlerische Umsetzung und die öffentliche Präsentation des Stückes wird die bewusste Verortung oder Positionierung der Akteure allgemein zugänglich gemacht. Die Jugendlichen werden zu Botschaftern in Sachen Kultur, dadurch dass sie zu Kulturschaffenden geworden sind. Dies ist besonders wichtig, da sich immer weniger Jugendliche für diese Auseinandersetzung und Rezeption von und mit Kultur begeistern.

Umsetzung
Bei der Audition, die im Januar 2007 im zakk Düsseldorf stattfand, wählte eine Jury aus professionellen Tänzern und Schauspielern die jugendlichen Akteure für die Produktion aus. Unter Anleitung von Profi-Tänzern und -Schauspielern erarbeiteten die Jugendlichen “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?”. Gemeinsam mit zwei profi-Schauspielern zeigten die Jugendlichen die Produktion im FFT Düsseldorf.
Othello Johns (Künstlerische Leitung: Tanz/Choreografie)
Petra Kron (Produktionsleitung)
Renat Safiullin (Regie)
Xolani Mdluli (Schauspiel)
Alexander Wipprecht (Schauspiel)
kaj:kaj - Streichquartett (Musik)
Birgit Schoene (Kostüm)
Elspeth Pikaar (Bühne)
Bianca Janssen (Assistenz: Produktion und Regie)
Franziska Rieckhoff (Assistenz)
Jasmin Czech (Assistenz)
Dorothea Gädeke (Stimme und Gesang)
Bastian Sierich (Schauspielunterricht)
Adé Bantu (Musik/Rap)
Nadine-Goussi Aguigah (Musikworkshop)
Katja Stuke (Dokumentation/Bild und Gestaltung)
Stephan Fritsch (Dokumentation/Film)
Tobias Brachmann (Dokumentation/Film)
Angela Kamara (Political Correctness Beratung)
Melanie Klofat (PR)

Stückentwicklung:
In einer Schreibwerkstatt mit schwarzen deutschen Jugendlichen zum Thema „Lebensalltag in Deutschland. Konstruktion von Identität zwischen den Kulturen“ mit Philippa Ébéne, wurden die ersten Formulierungen zum Thema Heimat und Verortung erarbeitet. Der Kinderbuchautor Hermann Mensing entwickelte in einer zweiten Schreibwerkstatt mit den an der Produktion beteiligten Jugendlichen neue Motive zum Thema. In Zusammenarbeit und im Austausch mit weiteren Impulsgebern, den Jugendlichen und dem multi - ethnischen Produktionsteam entstand das endgültige Stück.
Das Projekt ist entstanden in Kooperation mit dem Forum Freies Theater FFT Düsseldorf, zakk GmbH und fifty fifty

Gefördert durch:
Referat ‘Kulturelle Integration’ der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
GLS Treuhand e.V.
Kulturamt der Stadt Düsseldorf
Die Arbeit von KABAWIL e.V. wird vom Jugendamt der Stadt Düsseldorf und privaten Förderern unterstützt.
Mit der freundlichen Unterstützung von Smurfit Kappa Wellpappenwerk Düsseldorf und Picturemakers Düsseldorf.
„Im Rahmen des großen Abschlussfestivals im Eurogress in Aachen zeichnete Jugendminister Armin Laschet (MGFFI) am 12. September vor etwa 1.500 jugendlichen Gästen die Preisträger aus. 3.500 Euro Preisgeld und der von Jugendlichen gestaltete Wanderpokal gingen an den Verein KABAWIL e.V. aus Düsseldorf für das Tanztheater „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“. Es fragt danach, wie es ist, heute als Dunkelhäutiger in einer vorwiegend weißen Gesellschaft zu leben. Das Preisträgerprojekt thematisiert die Schwierigkeiten, Anfeindungen und Ungerechtigkeiten, die schwarze Deutsche in diesem Land erleben.”
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‚Wer hat Angst vorm schwarzen Mann‘.
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